Der Rebsteiner Arnold Graf stellt seit sechs Jahren Whisky her

Arnold Graf ist ein Whisky-Liebhaber, wie er im Buche steht. Deshalb hat er im Jahr 2000 – nach der Legalisierung – mit der Herstellung des Schnapses begonnen.

«Ich bin überzeugt, dass ich der erste Whisky-Hersteller der Schweiz bin», behauptet Arnold Graf stolz. Vor sechs Jahren hat der Sonnenbräu-Geschäftsführer zusammen mit Ruedi Kobelt von der Mosterei in Marbach die Produktion des alkoholischen Getränks, das seine Ursprünge im 5. Jahrhundert hat, aufgenommen.

«Ein edles Getränk»

Seine Leidenschaft für das schottische Nationalgetränk entdeckte er nicht nur auf Reisen in dessen Ursprungsland. Als Leiter einer Brauerei faszinieren ihn die vielen Gemeinsamkeiten zum Bier: «Die Herstellung, die Zutaten und die Würze sind sich sehr ähnlich. Im Gegensatz zum Bier wird beim Whisky ein anderes Malz und kein Hopfen verwendet.» Auch trinke er gern und regelmässig Whisky. «Es ist ein edles Getränk, das einem im Gegensatz zu einem Likör nie verleidet.» Die irischen und schottischen Marken, welche traditionell hergestellt werden, haben es Graf besonders angetan.

Optimale Lagerung

Während Ruedi Kobelt für das Brennen zuständig ist, sorgt Graf für die Herstellung der vergorenen Würze (Rohbrand) aus Gerstenmalz und Ribelmais. Nach dem Brennen wird der Schnaps im alten Naturkeller der Sonnenbräu gelagert. Dort sei er einer idealen Luftfeuchtigkeit (ca. 80%) und einer konstanten Lagertemperatur von 15 Grad ausgesetzt.

Freude am Experimentieren

Er bewahrt den Whisky in fünf 200-Liter-Holzfässern auf. In jedem dieser Fässer befindet sich ein Jahrgang. Der 65%-Whisky wird auf 42% verdünnt. «Mir wurde angeboten, die ganze Menge zu verkaufen, was ich nicht wollte», erzählt Graf. Schliesslich möchte er weiterhin daran experimentieren. «Je länger man herumtüftelt, desto mehr Freude bereitet es. Whisky sollte mindestens fünf Jahre gelagert werden, damit er seinen typischen Geschmack und die besondere bräunliche Farbe entfalten kann.» Ein volles Fass habe einen ungefähren Wert von 12 000 Franken.